
Le Bon Coin verzeichnet monatlich etwa 14,9 Millionen einzigartige Besucher auf seiner Immobilienplattform und mehr als 1,1 Millionen Anzeigen dauerhaft. Eine Anzeige zu veröffentlichen reicht nicht mehr aus: Die Plattform hat ihre Bedingungen für die Veröffentlichung seit 2024 verschärft, die Käufer sind besser informiert, und der Wettbewerb unter privaten Verkäufern erfordert eine gründliche Vorbereitung bereits bei der ersten Veröffentlichung.
Rechtsverbindlicher Energieausweis und technische Unterlagen: Was den Verkauf auf Le Bon Coin wirklich blockiert
Seit der Reform, die 2025 in Kraft trat, ist der Energieausweis rechtlich verbindlich geworden. Ein Käufer kann nun die Verantwortung des Verkäufers in Anspruch nehmen, wenn die tatsächliche Energieeffizienz des Wohnraums erheblich von der in der Anzeige angegebenen abweicht. Diese Änderung verändert grundlegend die Art und Weise, wie ein Verkauf zwischen Privatpersonen vorbereitet wird.
Wir beobachten, dass viele Verkäufer ihre Anzeige veröffentlichen, bevor sie ihr Gutachten erhalten haben. Auf Le Bon Coin wird das DPE-Label direkt in den Suchergebnissen angezeigt. Eine Anzeige ohne DPE oder mit einer Klasse F oder G generiert weniger qualifizierte Kontakte, da die Käufer nach Energieeffizienz filtern.
Das technische Diagnosedossier (DDT) beschränkt sich nicht auf den DPE. Je nach Lage und Alter der Immobilie müssen Asbest, Blei, der Zustand der Gas- und Elektroinstallationen, Termiten, nicht-öffentliche Abwasserentsorgung und der Zustand von Risiken und Verschmutzungen berücksichtigt werden. Jeder fehlende Nachweis zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Vorvertrags kann den Verkauf um mehrere Wochen verzögern.
Wir empfehlen, das gesamte DDT vor der Online-Veröffentlichung erstellen zu lassen. Die Kosten sind gleich, ob Sie die Gutachten im Voraus oder in Eile anfordern, aber die Glaubwürdigkeit Ihrer Anzeige ändert sich grundlegend.
Vor der Veröffentlichung ist es nützlich zu verstehen, wie man sein Haus auf Le Bon Coin verkaufen kann, insbesondere um die gesetzlichen Verpflichtungen im Zusammenhang mit den technischen Unterlagen zu antizipieren.
Kontingent an kostenlosen Anzeigen und kostenpflichtige Optionen: Das Preismodell, das man kennen sollte

Le Bon Coin hat 2024 die unbegrenzte Kostenlosigkeit für Privatpersonen beendet. Ein jährliches Kontingent an kostenlosen Veröffentlichungen gilt nun, je nach Art der Immobilie (Verkauf, Vermietung, Büros/Geschäfte). Über dieses Kontingent hinaus wird jede Veröffentlichung kostenpflichtig, wobei die Preise je nach Dauer der Veröffentlichung und den gewählten Hervorhebungsoptionen variieren.
Diese Änderung hat eine direkte Folge: Eine schlecht vorbereitete Anzeige zu veröffentlichen, sie zu löschen und dann erneut zu veröffentlichen, verbraucht Ihr Kontingent umsonst. Es ist besser, Zeit in die Qualität der ersten Veröffentlichung zu investieren, als kostenlose Slots zu verschwenden.
Die kostenpflichtigen Sichtbarkeitsoptionen (Hervorhebung an oberster Stelle, Premium-Rahmen, geolokalisierte Hervorhebung) erhöhen die Anzahl der Aufrufe erheblich. Ihre Relevanz hängt vom lokalen Markt ab:
- In angespannten Gebieten (große Metropolen) rechtfertigt der Wettbewerb zwischen Anzeigen oft eine Hervorhebungsoption in den ersten Tagen der Veröffentlichung
- In ländlichen oder peri-urbanen Gebieten ist das Volumen an konkurrierenden Anzeigen geringer, und die natürliche Positionierung kann ausreichen
- Für atypische Immobilien (Loft, Bauernhaus, Baugrundstück) erreicht die gezielte Hervorhebung Käufer, die ihre geografische Suche erweitern
Jede Option hat einen festen Preis, keinen Prozentsatz des Verkaufspreises. Der Return on Investment ist daher verhältnismäßig interessanter bei hochpreisigen Immobilien.
Verfassen der Immobilienanzeige und Fotos: Die wichtigen Entscheidungen
Etwa 66 % der Immobilieninteressierten konsultieren jeden Monat Le Bon Coin, und 9,3 Millionen Franzosen nutzen es ausschließlich für ihre Suche. Dieses Volumen bedeutet, dass Ihre Anzeige sofort mit Dutzenden anderer im selben Bereich verglichen wird.
Der Titel ist der erste Filter. Käufer scannen die Ergebnisse in wenigen Sekunden. Ein Titel, der den Immobilientyp, die Wohnfläche und den genauen Standort (Viertel oder Gemeinde, nicht nur die Postleitzahl) enthält, zieht mehr Klicks an als ein generischer Titel.
Die Beschreibung sollte die technischen Elemente vor den subjektiven Argumenten erwähnen. Carrez-Fläche, Anzahl der Zimmer, Baujahr, Art der Heizung, Höhe der Grundsteuer, DPE-Klasse: Diese Informationen ermöglichen es dem Käufer, die Immobilie zu qualifizieren, ohne Sie wegen grundlegender Fragen kontaktieren zu müssen.
Was die Fotos betrifft, empfehlen wir mindestens zehn Aufnahmen bei natürlichem Licht, auf Brusthöhe mit einem moderaten Weitwinkelobjektiv aufgenommen. Smartphone-Fotos können ausreichend sein, wenn die Beleuchtung kontrolliert wird. Übermäßige Filter und HDR erzeugen jedoch eine Disconnect zwischen dem Bild und dem physischen Besuch, was Misstrauen erzeugt.

Preisgestaltung: Methode und häufige Fehler
Ein zu hoher Preis auf Le Bon Coin führt zu einem messbaren Effekt: Die Anzeige stagniert, verliert an Sichtbarkeit im Sortieralgorithmus und erfordert schließlich eine sichtbare Preissenkung im Verlauf der Anzeige. Erfahrene Käufer erkennen diese Preissenkungen und schließen daraus einen zusätzlichen Verhandlungsspielraum.
Die zuverlässigste Methode besteht darin, drei Quellen zu kombinieren:
- Die DVF-Daten, die kostenlos zugänglich sind und die tatsächlich in Ihrer Gemeinde erzielten Verkaufspreise auflisten
- Die Quadratmeterpreise, die auf den aktiven konkurrierenden Anzeigen im selben Bereich auf Le Bon Coin angezeigt werden
- Eine Schätzung durch einen Immobilienprofi, die in den meisten Agenturen kostenlos ist und die Besonderheiten der Immobilie (Ausrichtung, Etage, kürzlich durchgeführte Arbeiten) berücksichtigt
Der angezeigte Preis sollte von Anfang an Ihren Verhandlungsspielraum berücksichtigen. In der Praxis verhandeln Käufer auf Le Bon Coin nahezu systematisch. Einen Preis leicht über Ihrem minimalen Verkaufswert anzuzeigen, lässt Spielraum, ohne die ersten Kontakte abzuschrecken.
Eine korrekt geschätzte Immobilie, die durch ein vollständiges DDT dokumentiert und mit hochwertigen Fotos präsentiert wird, erhält in den Tagen nach der Veröffentlichung ihre ersten Besichtigungsanfragen. Wenn nach zwei Wochen kein ernsthafter Kontakt zustande kommt, liegt das Problem fast immer am Preis oder an der wahrgenommenen Qualität der Anzeige.